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Intrauterine Methoden (Spirale)

Intrauterine Methoden – umgangssprachlich als „Spirale" bekannt – gehören zu den sichersten und langlebigsten Verhütungsmitteln überhaupt. Sie werden direkt in die Gebärmutter eingesetzt und wirken dort über mehrere Jahre, ohne dass täglich an die Verhütung gedacht werden muss. Es gibt zwei Hauptgruppen: kupferhaltige Methoden (Kupferspirale, Kupferkette, Kupferball) und hormonhaltige Methoden (Hormonspirale). Dieser Artikel gibt dir einen umfassenden Überblick über alle intrauterinen Methoden, ihre Wirkung, Anwendung, Sicherheit und Vor- und Nachteile.

Was sind intrauterine Methoden?

Intrauterinpessare (IUP) – auch Intrauterinpessare, Spiralen oder umgangssprachlich „die Spirale" genannt – sind kleine, meist T-förmige Kunststoffkörper, die von einer Ärztin oder einem Arzt durch die Scheide in die Gebärmutter eingesetzt werden. Dort entfalten sie ihre verhütende Wirkung entweder durch die Abgabe von Kupferionen oder durch die kontinuierliche Freisetzung eines Gestagens (Levonorgestrel).

Intrauterinpessare gehören zur Gruppe der langwirksamen reversiblen Kontrazeptiva (LARC). Sie sind eine beliebte Wahl, weil sie hocheffektiv sind und nur minimale Nebenwirkungen haben. Außerdem müssen sie nur alle 3, 5, 8 oder 10 Jahre entfernt oder ersetzt werden – je nach Modell – sodass keine tägliche, wöchentliche oder monatliche Verhütungsmethode erforderlich ist.

Gemeinsame Merkmale

  • Langfristige Wirkung: Je nach Modell 3 bis 10 Jahre
  • Hohe Sicherheit: Pearl-Index meist unter 1
  • Keine Anwendungsfehler: Kein Vergessen möglich
  • Reversible Wirkung: Nach dem Entfernen ist eine Schwangerschaft sofort wieder möglich
  • Kein STI-Schutz: Intrauterinpessare schützen nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen

Welche intrauterinen Methoden gibt es?

Intrauterine Methoden lassen sich nach ihrer Wirkungsweise in zwei Gruppen einteilen: kupferhaltige und hormonhaltige Methoden. Die folgende Tabelle gibt dir einen ersten Überblick:

Methode Wirkstoff Wirkdauer Pearl-Index STI-Schutz
Kupferspirale Kupfer 3 bis 10 Jahre 0,3–0,8 Nein
Kupferkette Kupfer Bis zu 10 Jahre 0,3–0,8 Nein
Kupferball Kupfer 5 Jahre 0,3–0,8 Nein
Hormonspirale Levonorgestrel 3 bis 8 Jahre 0,1–0,3 Nein


Die Kupferspirale

Die Kupferspirale ist ein langfristiges Verhütungsmittel ohne Hormone. Sie besteht aus einem kleinen Kunststoffstäbchen in T- oder Ankerform, das mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist. Je nach Modell kann sie drei bis zehn Jahre in der Gebärmutter bleiben.

Wirkung

Die Kupferspirale setzt kontinuierlich geringe Mengen Kupfer (Kupfer-Ionen) in die Gebärmutter frei. Das Kupfer verhindert eine Schwangerschaft auf dreifache Weise:

  • Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird so verändert, dass Spermien schwerer in die Gebärmutter gelangen.
  • Hemmung der Spermien: Die Spermien werden in ihrer Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit eingeschränkt.
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut wird so verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten könnte.
Der Eisprung findet bei der Kupferspirale weiterhin statt – der natürliche Zyklus bleibt erhalten. Die verhütende Wirkung beginnt sofort nach dem Einsetzen.

Sicherheit

Die Kupferspirale zählt zu den sichersten Verhütungsmitteln. Moderne Kupfer-IUP haben einen Pearl-Index von etwa 0,3 bis 0,8. Das bedeutet: Von 1.000 Frauen, die ein Jahr lang mit der Kupferspirale verhüten, werden 3 bis 8 Frauen schwanger. Bei perfekter Anwendung liegt der Pearl-Index sogar noch niedriger – in klinischen Studien wurde ein 1-Jahres-Pearl-Index von 0,94 und eine kumulative 5-Jahres-Schwangerschaftsrate von 2,47 % ermittelt.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Hormonfrei, natürlicher Zyklus bleibt erhalten, sehr sicher, langfristige Wirkung, keine Anwendungsfehler, sofort wirksam, günstig im Langzeitvergleich
  • Nachteile: Monatsblutungen können stärker, länger und schmerzhafter werden, kein STI-Schutz, Einsetzen kann schmerzhaft sein, selten Verrutschen oder Ausstoßen

Die Kupferkette

Die Kupferkette – auch als „Mini-Spirale" bekannt – ist eine kleinere und flexiblere Alternative zur Kupferspirale. Sie besteht aus vier bis sechs winzigen Kupferzylindern, die auf einen medizinischen Nylonfaden aufgefädelt sind. Mit einem kleinen Knoten wird die Kette an der oberen Gebärmutterwand befestigt.

Wirkung

Die Kupferkette wirkt nach dem gleichen Prinzip wie die Kupferspirale: Die freigesetzten Kupferionen hemmen die Beweglichkeit der Spermien und verändern die Gebärmutterschleimhaut, sodass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Der Eisprung bleibt erhalten.

Sicherheit

Die Kupferkette hat einen vergleichbaren Pearl-Index wie die Kupferspirale (0,3–0,8). Sie ist damit ebenso sicher.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Hormonfrei, natürlicher Zyklus, sehr sicher, auch für kleine Gebärmutter und Frauen vor der ersten Schwangerschaft geeignet, nimmt wenig Platz ein, geringere Fremdkörperwirkung als die klassische Spirale
  • Nachteile: Nicht in allen gynäkologischen Praxen einsetzbar (erfordert spezielle Schulung), Monatsblutungen können stärker und schmerzhafter werden, kein STI-Schutz, Einsetzen kann schmerzhaft sein

Der Kupferball (Kupferperlenball)

Der Kupferball ist eine weitere kupferhaltige Verhütungsmethode. Er besteht aus kleinen Kupferperlen, die auf einen biegsamen Faden aufgefädelt sind. In der Gebärmutter rollt sich der Faden zu einem Ball mit etwa 1,5 Zentimetern Durchmesser zusammen. Der Kupferball kann fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben.

Wirkung und Sicherheit

Der Kupferball wirkt wie die Kupferspirale und die Kupferkette über die Freisetzung von Kupferionen. Die Sicherheit ist vergleichbar (Pearl-Index 0,3–0,8). Er ist eine Alternative für Frauen, die keine T-förmigen Spiralen vertragen.

Die Hormonspirale

Die Hormonspirale ist ein T-förmiger Kunststoffrahmen mit einem kleinen Hormondepot, das das Gestagen Levonorgestrel direkt in die Gebärmutterschleimhaut abgibt. Je nach Modell ist sie drei bis acht Jahre wirksam. Mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,3 gehört sie zu den sichersten Verhütungsmethoden überhaupt.

Wirkung

Die Hormonspirale wirkt vor allem lokal. Die Hormonmenge, die in den Körper gelangt, ist deutlich geringer als bei der Pille. Sie verhindert eine Schwangerschaft auf zweifache Weise:

  • Verdickung des Zervixschleims: Spermien können schwerer in die Gebärmutter gelangen.
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut baut sich weniger auf, sodass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Zusätzlich wird die Beweglichkeit der Spermien gehemmt. Bei 60 bis 80 Prozent der Frauen findet der Eisprung weiterhin statt – der Verhütungsschutz beruht auf der lokalen Wirkung und der Kombination der verschiedenen Mechanismen.

Sicherheit

Die Hormonspirale ist extrem sicher. Der Pearl-Index liegt bei 0,1 bis 0,3. In Studien lag der kumulative 5-Jahres-Pearl-Index bei 0,29 und die 5-Jahres-Versagerrate bei 1,4 %. Die Amenorrhö-Rate (Ausbleiben der Blutung) liegt nach 7 bis 8 Jahren bei etwa 39 %.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Extrem sicher, langfristige Wirkung (3–8 Jahre), sehr geringe Hormonbelastung, oft bessere Verträglichkeit als die Pille, Monatsblutungen werden meist kürzer und schwächer oder bleiben ganz aus, keine Anwendungsfehler möglich, geeignet bei Östrogen-Unverträglichkeit
  • Nachteile: Kein STI-Schutz, Einsetzen kann schmerzhaft sein, unregelmäßige Blutungen in den ersten Monaten, mögliche Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Brustspannen, Stimmungsschwankungen), höherer Preis als Kupferspiralen

Einsetzen und Entfernen

Intrauterinpessare werden von einer Ärztin oder einem Arzt in die Gebärmutter eingesetzt. Der beste Zeitpunkt dafür ist gegen Ende der Monatsblutung, weil der Muttermund dann leicht geöffnet ist. Vor dem Einsetzen wird die Gebärmutter mit einer Sonde vermessen und die Lage per Ultraschall kontrolliert.

Einsetzen

  • Vorbereitung: Gynäkologische Untersuchung, Aufklärungsgespräch und schriftliche Einverständniserklärung.
  • Zeitpunkt: Idealerweise während der Monatsblutung oder am Ende der Blutung.
  • Ablauf: Die Spirale wird mit einem dünnen Einführungsröhrchen durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter geschoben. Dort entfaltet sie sich und wirkt sofort.
  • Schmerzen: Das Einsetzen kann als kurzer, ziehender Schmerz oder Krampf empfunden werden. Die Intensität hängt von der Beschaffenheit des Muttermundes, der Erfahrung der Ärztin oder des Arztes und individuellen Faktoren ab. Vorbeugend kann ein Schmerzmittel genommen oder eine örtliche Betäubung durchgeführt werden.
  • Kontrolle: Nach dem Einsetzen wird der korrekte Sitz per Ultraschall überprüft. Weitere Kontrollen werden nach ein bis drei Monaten und dann mindestens einmal im Jahr empfohlen.

Entfernen

  • Ablauf: Die Ärztin oder der Arzt zieht vorsichtig an den Rückholfäden, und die Spirale gleitet aus der Gebärmutter. Das kann mit leichten, schnell vorübergehenden Schmerzen verbunden sein.
  • Fruchtbarkeit: Nach dem Entfernen ist eine Schwangerschaft sofort wieder möglich.
  • Wechsel: Bei Bedarf kann die Spirale auch gewechselt werden.

Nebenwirkungen und Risiken

Intrauterinpessare sind gut verträglich, können aber Nebenwirkungen und Risiken haben:

Nebenwirkung / Risiko Häufigkeit Beschreibung
Schmerzen Häufig In den ersten Tagen nach dem Einsetzen sind vorübergehende Unterleibs- oder Rückenschmerzen möglich.
Stärkere Blutungen Häufig (bei Kupfer-IUP) Die Monatsblutungen können stärker, länger und schmerzhafter sein. Bei der Hormonspirale werden sie meist schwächer oder bleiben ganz aus.
Verrutschen (Dislokation) 1–5 von 100 Frauen im ersten Jahr Die Spirale kann verrutschen oder ausgestoßen werden. Durch schwere körperliche Arbeit, Sport oder Geschlechtsverkehr verrutscht sie nicht.
Unterleibsentzündung 6 von 1.000 Frauen Das Risiko für Unterleibsentzündungen ist erhöht, besonders im ersten Monat nach dem Einsetzen. Bei Symptomen wie Unterbauchschmerzen, Fieber oder verändertem Ausfluss sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.
Perforation 1 von 1.000 Frauen Sehr selten kann es beim Einsetzen zu einer Verletzung der Gebärmutter kommen. Unter Umständen ist eine Operation notwendig.
Schwangerschaft trotz Spirale Selten Kommt es trotz Spirale zu einer Schwangerschaft, sollte möglichst schnell ein Frauenarzt aufgesucht werden. Das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft ist etwas erhöht.


Für wen eignen sich intrauterine Methoden?

Intrauterine Methoden sind für viele Frauen geeignet – sowohl für Frauen, die bereits Kinder haben, als auch für Frauen, die noch keine Kinder geboren haben. Besonders geeignet sind sie für Frauen, die:

  • eine Langzeitverhütung für mehrere Jahre wünschen
  • hormonfrei verhüten möchten oder müssen (Kupfer-IUP)
  • eine regelmäßige Hormoneinnahme nicht umsetzen können oder möchten
  • ihre Sexualität in den Wechseljahren ohne Schwangerschaftsrisiko genießen möchten
  • noch stillen (Kupfer-IUP frühestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt)
  • eine sehr sichere Notfallverhütung nach ungeschütztem Verkehr benötigen (Kupferspirale innerhalb von fünf Tagen)
Für Frauen unter 20 Jahren wird die Hormonspirale nur selten empfohlen, bei Jugendlichen unter 16 Jahren wird sie nicht angewendet. Die Kupferkette ist aufgrund ihrer kleinen Form auch für junge Frauen und Frauen vor der ersten Schwangerschaft gut geeignet.

Kosten und Krankenkasse

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel – darunter auch die Hormonspirale und die Kupferspirale – bis zur Vollendung des 22. Lebensjahres. Ab dem 18. Lebensjahr ist eine gesetzliche Zuzahlung in Höhe von zehn Prozent der Kosten zu leisten (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro).

Nach dem 22. Lebensjahr müssen die Kosten in der Regel selbst getragen werden. Die Preise variieren je nach Modell und Praxis. Eine Hormonspirale kostet inklusive Einsetzen etwa 300 bis 500 Euro, eine Kupferspirale etwa 200 bis 350 Euro. Einige Krankenkassen bieten freiwillige Zusatzleistungen an.

Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen

Keine intrauterine Methode schützt vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Wer sich vor STI schützen möchte, braucht zusätzlich eine Barrieremethode – in der Regel ein Kondom. Diese Kombination wird als Doppelschutz bezeichnet: intrauterine Verhütung für den Schutz vor Schwangerschaft, Kondom für den Schutz vor STI. Besonders bei wechselnden Sexualpartnern ist ein zusätzlicher mechanischer Schutz notwendig.

Intrauterine Methoden im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Unterschiede zwischen Kupferspirale, Kupferkette und Hormonspirale gegenüber:

Merkmal Kupferspirale Kupferkette Hormonspirale
Wirkstoff Kupfer Kupfer Levonorgestrel (Gestagen)
Hormonfrei Ja Ja Nein
Wirkdauer 3–10 Jahre Bis zu 10 Jahre 3–8 Jahre
Pearl-Index 0,3–0,8 0,3–0,8 0,1–0,3
Eisprung Findet statt Findet statt Meist vorhanden
Menstruation Oft stärker und schmerzhafter Oft stärker und schmerzhafter Meist kürzer und schwächer oder ganz ausbleibend
Einsetzen In jeder gynäkologischen Praxis Erfordert speziell geschulte Praxis In jeder gynäkologischen Praxis
Besonderheit Bewährte Standardmethode Klein und flexibel, auch für kleine Gebärmutter Geringe Hormonbelastung, oft bessere Verträglichkeit


Fazit

Intrauterine Methoden gehören zu den sichersten und bequemsten Verhütungsmitteln überhaupt. Sie bieten langfristigen Schutz, ohne dass täglich an die Verhütung gedacht werden muss, und sind in vielen Varianten erhältlich – hormonfrei oder hormonell, für verschiedene Bedürfnisse und Lebenssituationen. Ihr großer Vorteil liegt in der hohen Sicherheit und der langen Wirkdauer. Wer sich zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen möchte, sollte eine intrauterine Methode mit einem Kondom kombinieren – das nennt man Doppelschutz.

Quellen: Intrauterine Methoden (Spirale)

























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