Was ist HIV?
HIV ist ein Retrovirus, das bestimmte Typen von weißen Blutkörperchen angreift – die sogenannten CD4+-Lymphozyten. Diese Zellen sind wichtig für die Immunabwehr. Wenn HIV sie zerstört, wird der Körper anfällig für andere Infektionen und bestimmte Krebsarten.Es gibt zwei Typen: HIV-1 (weltweit am häufigsten) und HIV-2 (vor allem in Westafrika verbreitet). HIV-2 verläuft in der Regel weniger schwerwiegend.
Übertragung
HIV wird durch den Austausch von Körperflüssigkeiten mit einer infizierten Person übertragen:- Blut: Gemeinsames Benutzen von Nadeln zur Injektion, Bluttransfusionen (in westlichen Ländern selten)
- Sperma und Vaginalsekret: Ungeschützter Vaginal- oder Analverkehr
- Muttermilch: Stillen durch eine infizierte Mutter
- Mutter zu Kind: Während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit
Symptome
Erstinfektion (akute HIV-Infektion)
- Fieber, Hautausschläge, geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit
- Die Symptome ähneln einer Grippe und dauern oft nur wenige Tage bis Wochen
Klinisch latente Phase
- Nach der Erstinfektion können für mehr als zehn Jahre keine Symptome auftreten
- Das Virus vermehrt sich jedoch weiter und zerstört CD4+-Zellen
AIDS (Endstadium)
- Schwere Infektionen und bestimmte Krebserkrankungen
- Unbehandelt führt AIDS in der Regel zum Tod
Diagnose
HIV wird durch Bluttests nachgewiesen, die Antikörper gegen HIV und die Anzahl der HI-Viren (Viruslast) messen. HIV-Screening-Tests sind für Erwachsene und Jugendliche verfügbar, insbesondere für schwangere Frauen.Behandlung
HIV ist nicht heilbar, aber mit antiretroviralen Medikamenten (ART) gut behandelbar. Diese Medikamente verhindern die Vermehrung des Virus, stärken das Immunsystem und ermöglichen ein Leben ohne schwere Infektionen oder HIV-bedingte Krebserkrankungen.Wichtig: Bei konsequenter Einnahme der ART kann die Viruslast so stark gesenkt werden, dass HIV nicht mehr übertragbar ist („Unter der Nachweisgrenze = nicht übertragbar").
Prävention
- Kondome und Femidome: Sie schützen beim Vaginal- und Analverkehr.
- PrEP (Präexpositionsprophylaxe): Medikamentöse Vorsorge für Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko.
- Regelmäßige Tests: Besonders bei wechselnden Partnern.
- Offene Kommunikation: Sprich mit deinem Partner über Schutz und Teststatus.