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Chlamydien

Chlamydien

Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI) in Deutschland und weltweit. Verursacht werden sie durch das Bakterium Chlamydia trachomatis. Besonders tückisch: Die Infektion verläuft sehr oft ohne Symptome – und kann unbehandelt zu schwerwiegenden Folgen wie Unfruchtbarkeit führen.

Was sind Chlamydien?

Chlamydia trachomatis ist ein Bakterium, das Entzündungen an den Geschlechtsorganen, aber auch an Enddarm, Rachen und sogar den Augen auslösen kann. Es kommt ausschließlich beim Menschen vor und wird bei sexuellen Kontakten übertragen. Je nach Sexualpraktik können Entzündungen an verschiedenen Stellen auftreten – an der Harnröhre, am Gebärmutterhals, im Rektum oder im Rachen.

Bei Frauen sind Chlamydien der häufigste Grund für eine Entzündung des Gebärmutterhalses. Bei Männern führen sie meist zu einer Entzündung der Harnröhre. Eine infizierte Schwangere kann das Bakterium bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen – dies kann zu einer Bindehautentzündung oder Lungenentzündung beim Baby führen.

Wie werden Chlamydien übertragen?

Chlamydien werden hauptsächlich beim Vaginal-, Anal- oder Oralsex übertragen. Die Übertragung erfolgt durch direkten Schleimhautkontakt mit infizierten Sekreten. Eine Ansteckung ist auch möglich, wenn beim Sex keine Symptome vorhanden sind – was bei Chlamydien besonders häufig der Fall ist.

  • Vaginalverkehr: Übertragung auf Gebärmutterhals und Harnröhre
  • Analverkehr: Infektion des Enddarms
  • Oralverkehr: Infektion des Rachens (Chlamydien-Pharyngitis)
  • Mutter zu Kind: Während der Geburt auf das Neugeborene

Symptome einer Chlamydien-Infektion

Das Heimtückische an Chlamydien: Die meisten Infizierten haben keine Symptome. Bei Frauen verlaufen etwa 80 Prozent der Infektionen symptomlos, bei Männern etwa 50 Prozent. Wer keine Symptome hat, kann die Bakterien trotzdem weitergeben.

Mögliche Symptome bei Frauen

  • Juckreiz, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
  • Eitriger Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Zwischenblutungen
  • Bei Ausbreitung: Unterleibsschmerzen, Fieber

Mögliche Symptome bei Männern

  • Brennen beim Wasserlassen
  • Eitriger Ausfluss aus der Harnröhre
  • Schmerzen oder Schwellung der Hoden (bei Nebenhodenentzündung)

Folgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion

Wird eine Chlamydien-Infektion nicht behandelt, kann sie sich ausbreiten und schwere Komplikationen verursachen:

  • Bei Frauen: Ausbreitung auf Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke → Beckenentzündung (PID). Dies kann zu Unfruchtbarkeit und einem erhöhten Risiko für ektope Schwangerschaften (Eileiterschwangerschaften) führen.
  • Bei Männern: Nebenhodenentzündung (Epididymitis), die Schmerzen und Schwellungen im Hodensack verursacht.
  • Bei beiden: Reaktive Arthritis (Gelenkentzündung) als immunologische Folgeerkrankung.

Diagnose

Chlamydien können mit speziellen Urin- oder Vaginaltests nachgewiesen werden. Der Test ist einfach und schmerzfrei. Bei Verdacht auf eine Infektion – oder nach ungeschütztem Sex mit einer infizierten Person – sollte man sich testen lassen.

Behandlung

Chlamydien lassen sich gut mit Antibiotika behandeln. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Doxycyclin oder Azithromycin. Bei einer unkomplizierten Harnwegsinfektion wird meist sieben Tage lang therapiert.

Wichtig: Sexualpartner sollten gleichzeitig behandelt werden, um eine erneute Ansteckung („Ping-Pong-Effekt") zu vermeiden.

Vorbeugung

  • Kondome und Femidome: Sie schützen beim Vaginal- und Analverkehr vor Chlamydien.
  • Lecktücher: Schutz bei Oralsex.
  • Regelmäßige Tests: Besonders bei wechselnden Partnern oder ungeschütztem Sex.
  • Offene Kommunikation: Sprich mit deinem Partner über Schutz und Teststatus.

Quellen: Chlamydien

























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