Was sind Trichomonaden?
Trichomonaden (Fachbegriff: Trichomonas vaginalis) sind einzellige Parasiten. Sie befallen vor allem die Schleimhäute in der Harnröhre und Vagina. Die Parasiten können aber auch am Gebärmutterhals, in der Blase oder selten im Enddarm zu Entzündungen führen.Außerhalb des menschlichen Körpers sterben Trichomonaden rasch ab. Man steckt sich deshalb in der Regel nur über den direkten Schleimhautkontakt beim Sex an. Wer oft Sex mit wechselnden Partnern hat und dabei auf Kondome verzichtet, hat ein höheres Ansteckungsrisiko.
Übertragung
- Direkter Schleimhautkontakt: Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr
- Selten: Gemeinsames Baden, Toilettensitze oder Handtücher
- Selten: Übertragung während der Geburt von der Mutter auf das Kind
Symptome
Viele Menschen mit einer Trichomonaden-Infektion haben keine Symptome. Bei Männern sind Beschwerden sogar eher die Ausnahme. Aber auch wer keine Symptome hat, kann die Erreger beim Sex weitergeben.Typische Symptome bei Frauen
- Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen
- Gerötete und juckende Vagina
- Schmerzen beim Sex
- Schaumiger, gelblich-brauner Ausfluss mit unangenehmem Geruch
Mögliche Symptome bei Männern
- Brennen beim Wasserlassen
- Ausfluss aus der Harnröhre
- Entzündung der Vorhaut oder Eichel
Folgen einer unbehandelten Infektion
Wird eine Trichomonaden-Infektion nicht behandelt, können sich die inneren Geschlechtsorgane entzünden. Bei Frauen kann dies zur Unfruchtbarkeit führen. Zudem erhöht eine Trichomonaden-Infektion das Risiko, sich mit anderen STI anzustecken.Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit dem Antibiotikum Metronidazol oder alternativ Tinidazol. Die Einnahme reicht normalerweise aus, um die Trichomonaden wirksam abzutöten. Die Behandlung dauert bei Männern meist nur 1 Tag, bei Frauen 7 Tage.Wichtig: Sexualpartner sollten gleichzeitig behandelt werden, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden. Während der Behandlung und für mindestens 72 Stunden danach sollte kein Alkohol getrunken werden, da es sonst zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen kommen kann.
Vorbeugung
- Kondome und Femidome: Sie senken das Risiko einer Ansteckung.
- Regelmäßige Tests: Besonders bei wechselnden Partnern.
- Offene Kommunikation: Sprich mit deinem Partner über Schutz und Teststatus.